Free Download Manager: Anleitung und Changelog zum Download-Beschleuniger (2024)

Download-Manager mit runder Ausstattung

Free Download Manager: Anleitung und Changelog zum Download-Beschleuniger (1)

Die Homepage des Download-Beschleunigers Free Download Manager verspricht: "Mit FDM können Sie bis zu 10-mal schneller Daten herunterladen". Aus der Luft gegriffen ist der positive Effekt nicht.

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Sebastian Kolar

Mit einem Download-Manager laden Sie Dateien schneller herunter und setzen – aufgrund einer instabilen Internetverbindung – abgebrochene Downloads fort. Hier besprechen wir einen kurz FDM genannten Klassiker.

Trödeln Datei-Downloads, braucht es einen Download-Manager. Mit einer solchen Software verwalten Sie das Überspielen von Files, die Sie aus dem Internet auf Ihren PC saugen. Die Speichervorgänge lassen sich pausieren und per Timer planen. Bei einem Abbruch ist das Fortsetzen des Transfers möglich. Nun haben Webbrowser wie Mozilla Firefox, Google Chrome, Microsoft Edge und Opera eigene Download-Manager-Funktionen integriert, in Form von Tabs und Fenstern. Und diese Bordfunktionalität genügt meistens. Diese Features sind aber nur rudimentär. Zumindest bieten sie eine Anzeige des Download-Speeds in Echtzeit. Damit wartet der Free Download Manager (kurz FDM) ebenfalls auf, darüber hinaus leistet er eine ganze Ecke mehr.

Free Download Manager herunterladen

Download

Für Power-User, die mehr wollen, sind dedizierte Download-Manager trotz äquivalenter Browser-Client-interner Möglichkeiten eine gute Sache: Die Third-Party-Applikationen beschleunigen Downloads und weisen als weitere Vorzüge die eingangs im Artikel genannten Punkte auf. Die Kernkompetenz ist das Auf-Trab-Bringen des Prozederes "File aus dem Netz ziehen". Das wirkt wie aus der Zeit gefallen? Jein. Einerseits waren Download- und im Übrigen Surf-Beschleuniger-Tools früher, als man noch über schnarchlahme DFÜ- oder ISDN-Internetverbindungen online ging, wichtiger als heute.

Ein Download-Manager kompensierte den mäßigen Speed, zum Beispiel zum etwas flotteren Herunterladen eines Windows-Service-Packs (gibt es seit Windows 8 nicht mehr). Bei minutenweiser Online-Abrechnung ohne Flatrate sparte ein Download-Manager bares Geld, da man bei zügiger beendetem Download früher wieder offline gehen konnte. Doch trotz heute viel rasanterer xDSL-, Kabel- und Mobilfunk-Webzugänge ergibt ein solches spezielles Downloader-Tool andererseits noch immer Sinn. Das gilt mit Blick auf erreichbare Download-Beschleunigungen bei langsam angebundenen Webservern.

User beziehen zwar von großen Webportalen wie computerbild.de häufig rasant Dateien, ist Ihre Gegenstelle jedoch langsam ans Netz angeschlossen, bringt Ihnen schnelles Internet in den eigenen vier Wänden nichts – dann tritt der Flaschenhals dort zutage, von wo Sie etwas herunterladen möchten, und lange Wartezeiten regieren. Je nachdem, wie stark die Datenraten tröpfeln und wie groß das gewünschte File ist, dauern Downloads zuweilen Stunden, wenn nicht gar Tage. Das lässt sich ausrechnen und manche Downloader-Programme zeigen Ihnen diesbezüglich eine Prognose an.

Free Download Manager: Review und Tipps

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Der FDM erscheint uns als der aktuell relevanteste Download-Manager. Andere Applikationen erhalten keine Update-Pflege mehr und sind von der Bildfläche verschwunden. Prominente Beispiele sind GetRight (Shareware, damals ein Klassiker; kein HTTPS-Download-URL-Support gratis!) und die Freeware "Orbit Downloader". Letzteres Tool ist 2013 aufgrund von Malware-artigem Verhalten in den Verruf geraten, so beteiligte sich die Applikation auf Nutzer-/Client-Maschinen an DDoS-Überlastungsangriffen auf Server (Distributed Denial of Service). Seitdem haben verschiedene Download-Portale die Beziehbarkeit des Programms deaktiviert. Selbst wenn es noch laufen würde, sollten Sie wegen des faden Beigeschmacks davon die Finger lassen. Ein paar Konkurrenten zum FDM gibt es, sie haben jedoch vielfach andere Ansätze und übernehmen nicht direkt den Job des Shootingstars.

Die Oberfläche des Free Download Manager ist schlank gehalten. Die Nutzung ist einfach: Sie kopieren im Webbrowser per Rechtsklick auf einen Hyperlink und der zugehörigen Kontextoption (die Bezeichnung variiert browserabhängig) eine Download-URL in die Zwischenablage. Um das betreffende File zu saugen, fügen Sie den zwischengespeicherten RAM-Inhalt in den FDM ein, indem Sie zu dessen Fenster wechseln und Strg-V drücken.

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Klein, aber oho: 100 praktische Mini-Programme

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Ein Beispiel, wo das in einem Test eine Beschleunigung brachte: Der Webdienst archive.org erstellt eine Dokumentation des Internets. Die Webware ist für all jene interessant, die der Meinung sind, dass bestimmtes Wissen – auch wenn es noch so alt sein mag und vielleicht kaum noch jemanden interessiert – niemals versiegen darf. Manche Website-Betreiber nehmen solche Online-Inhalte zum Bedauern daran Interessierter vom Netz.

archive.org

fertigt Schnappschüsse eigens indizierter Seiten an.

Man kann dort also Duplikate von Internetseiten abrufen, selbst wenn sie nicht mehr (oder nicht mehr in der ursprünglichen Form) existieren. Man muss nur wissen, wonach zu suchen ist. Die Site eignet sich nebenbei als Fundort für Datei-Downloads. ISO-Images von Microsoft-Betriebssystemen wie Windows XP, die Microsoft offiziell nicht (mehr) zum Download anbietet, finden sich dort. Das Problem ist eine Langatmigkeit beim Überspielvorgang: In der Praxis kamen wir einmal bei einem XP-Image über 1,5 Megabyte pro Sekunde nur knapp hinaus. Der FDM erreichte 5 bis 6 Megabyte pro Sekunde. Dateiname und Zielordner lassen sich festlegen.

Speed-Tricks: So bringt das Tool das Web auf Zack

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Warum sind Download-Manager so rasant? Weil sie gekonnt tricksen: Die Anwendungen bauen automatisch Kontakt zu einem oder mehreren Servern auf, die das angeforderte File vorrätig halten. Zu diesen hält der FDM jeweils mehrere Einzelverbindungen. Welche Quellen der Downloader anzapft und wie viele Verbindungen gerade jeweils stehen, erörtern Sie während eines Speicherprozederes mittels Klick auf den Tab "Verbindungen". Ein Klick auf "Fortschritt" links daneben zeigt eine Visualisierung in der Manier einer Defragmentierer-Cluster-Karte, worin verzeichnet ist, wie viele Teilstücke bereits auf dem eigenen Rechner angekommen sind.

Downloads pausieren und Hashes berechnen

Aktive Downloads lassen sich per Zwei-Striche-Symbol pausieren. Wer mag, verwendet alternativ unten links das "Schneckenmodus"-Symbol. Das Anklicken bewirkt, dass Downloads quasi stillstehen. Die gemeldete Download-Geschwindigkeit fällt auf einen niedrigen Wert. Der Datenbezug ist aber nicht unterbrochen und schreitet voran – nur erfolgt das so gemächlich wie nur irgend möglich. Der Vorteil: Andere Web-Applikationen, die als Clients auftreten, erleiden durch FDM-Downloads keine Drossel.

Auf Wunsch fügen Sie einen neuen Download-Auftrag per Drag & Drop eines Hyperlinks (im Webbrowser) dem FDM-Interface hinzu. Datei fertig heruntergeladen? Per Rechtsklick auf ihren FDM-Eintrag und durch das Anklicken von "Datei-Integrität" berechnen Sie eine Prüfsumme. Der hierbei unter anderem im MD5-Verfahren erzeugte Code eignet sich für einen Abgleich mit einem auf der Download-Webseite womöglich publizierten String, um zu checken, ob Zeichenfolgen-Abweichungen vorliegen. Falls nein: Wunderbar, der Download sollte einwandfrei durchgelaufen sein.

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Bei Differenzen der Codes unterscheidet sich offenbar mindestens ein Byte und das jeweilige File gelangte nicht so auf Ihren Rechner, wie es eigentlich gehört. Beim Download ist dann also etwas schiefgelaufen (wahrscheinlich) oder ein Hacker oder eine Malware hat den Datenstrom manipuliert. Bei korrupt erscheinenden Files, wenn die Hashes also verschieden sind, sollten Sie das bezogene Element als sicherheitsbedachte Person lieber nicht öffnen. Wobei das aber vermutlich keine Konsequenzen hätte, da sich der Inhalt per doppeltem Mausklick im Explorer wahrscheinlich ohnehin nicht aufrufen lässt.

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YouTube-Downloader & Co.: Die nützlichsten Tools

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Möchten Sie sich näher zu Hashes informieren, steht Ihnen ein Artikel zur Seite: "

Windows: Hash-Werte auslesen, erstellen

". Es ist kein Problem, Downloads parallel ablaufen zu lassen. Die Datenraten bekommen Sie in den jeweiligen Zeilen oben einzeln gelistet, den Summendurchsatz führt eine Zahl unten links nahe des Schneckenmodus-Symbols auf.

Torrents laden und Browser-Integration

Entgegen ihres Rufs sind Torrent-Dateien nicht zwingend illegal. Das, was man über sie herunterlädt, ist es aber womöglich beziehungsweise es ist urheberrechtlich geschützt. Vergleichbar ist das mit Postsendungen: Die DHL selbst ist nicht illegal, obgleich sie ein Paket mit online gekauftem Messer transportieren kann. Das, das man mit dem Utensil anfängt, ist entweder legitim (Brot schneiden) oder strafbar (einen anderen Menschen verletzen). Das ist im Computerbereich nicht anders, es kommt auf den Kontext an. Problemlos ist es beispielsweise, mithilfe eines Torrents und dem FDM eine der vielen Linux-Distributionen herunterzuladen. Der FDM saugt im Unterschied zu gängigen Webbrowsern Inhalte, auf die Torrents verweisen.

Für Firefox und Google Chrome gibt es online Browser-Erweiterungen, die beim Surfen angestoßene Datei-Downloads abfangen und eine Meldung einblenden, die Sie befähigt, rasant mittels Free Download Manager zu speichern. Das erübrigt es Ihnen, Copy & Paste oder Drag & Drop im Zusammenspiel von Surf-Client und FDM zu tätigen. Für Vielnutzer bedeutet das einen Komfortgewinn.

Linux verseucht: FDM-Version zwischen 2020 und 2022 kompromittiert

Nicht nur Linux Mint fiel im Jahr 2016 einem Hack zum Opfer (Angreifer verteilten über die offizielle Website ein manipuliertes ISO), auch beim Free Download Manager ereignete sich ein Security-Malheur: Der Anbieter teilte im September 2023 mit, von Kaspersky Lab auf einen Sicherheitsvorfall aus dem Jahr 2020 aufmerksam gemacht worden zu sein.

Es wurde offenbar eine Webseite des FDM-Website-Geflechts von einer ukrainischen Hackergruppe kompromittiert, die sie zur Verbreitung bösartiger Software ausnutzte. Nur eine kleine Untergruppe von Nutzern, insbesondere diejenigen, die zwischen 2020 und 2022 versucht haben, den FDM für Linux herunterzuladen, war potenziell betroffen. Man schätzt, dass viel weniger als 0,1 Prozent der Besucher auf dieses Problem gestoßen sind. Dieser begrenzte Umfang sei wahrscheinlich der Grund, warum das Problem bisher unentdeckt geblieben war. Interessanterweise behob man diese Schwachstelle unwissentlich während eines routinemäßigen Website-Updates im Jahr 2022.

Die FDM-Macher empfehlen, wenn Sie zu der Untergruppe von Anwendern gehören, die während des genannten Zeitraums versucht haben, den FDM für Linux von der jeweiligen kompromittierten Seite herunterzuladen, einen Malware-Scan auf Ihrem System durchzuführen und Ihre Passwörter als Vorsichtsmaßnahme zu ändern.

Free Download Manager im Test: Fazit und Alternativen

Der FDM erscheint uns als der beste Download-Helfer. Flotte Oberfläche, rasante Downloads, gute Bedienung und Funktionen – dieser Mix sucht seinesgleichen. Alternativ hierzu gibt es den simpel gestrickten

Microsoft Download Manager

, der aufgrund bescheidenen Umfangs aber nicht mithalten kann. Microsofts Tool funktioniert trotz seines Alters noch immer.

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Eher an den FDM kommt der kostenlose "

Internet Download Accelerator

" heran. Webbrowser mit Download-Ambitionen sind

SlimBrowser

(Firefox-basiert; hat im Kontextmenü von Download-Hyperlinks eine Turbocharged-Sauge-Option, die bis zu zwölffache Tempo-Boni liefert) und

Maxthon Cloud Browser

(Chromium-Fork mit obigem Pfeilsymbol samt Download-URL-Einfüge-Möglichkeit).

Als Alternative kommt noch der Internet Download Manager in Betracht. Einen Test der Shareware finden Sie hier: "

Internet Download Manager: Review des Shareware-Tools für schnellere Downloads

".

Free Download Manager: Anleitung und Changelog zum Download-Beschleuniger (2024)

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